Festjahr startet mit Feuerwerk

JUBILÄUM Spektakulärer Auftakt mit Jubelfest in Selters / Viele Veranstaltungen stehen an

Löhnberg-Selters „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch“ – die Jahreslosung für 2017 stand im Mittelpunkt der Predigt von Dekan Pfarrer Ulrich Reichard beim Silvestergottesdienst in Selters. Er markierte den Start ins Festjahr 2017.

Der Satz des Propheten Hesekiel (36.26) soll den Menschen Mut machen, sich für neue Wege zu öffnen, soll ihnen neuen Glauben, neue Liebe und neue Hoffnung geben. Reichard zitierte den Dichter Hermann Hesse: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne, der uns beschützt und der uns hilft zu leben“. Auch der Reformator Martin Luther sei durch Gottvertrauen und Veränderungen beeinflusst gewesen. Um seinen lebensverändernden Geist gehe es, sagte Reichard mit Blick auf das 500-jährige Reformationsjubiläum, dass ebenfalls in diesem Jahr begangen wird.

Den Gottesdienst begleiteten Dekanatskantorin Doris Hagel aus Kubach an der Orgel und „Das spontane Quartett“ mit Anette und Gerhard Kuhlmann sowie Waltraud und Horst (Gitarre) Rehkopf aus Löhnberg mit Musik und Gesang. Vor dem Altar stand die große Jubiläumskerze mit dem Logo des Selterser sowie des Reformationsjubiläums.

Der Geschäftsführer des Vereins „700 Jahre Selters an der Lahn“, Norbert Gelbert, begrüßte die Gemeinde und dankte allen ehrenamtlichen Helfern und all jenen, die zum Gelingen der Veranstaltung beitragen. Auch dankte er der Gemeinde Löhnberg sowie den Sponsoren für die Veranstaltungen im Jubiläumsjahr 2017.

Warmes für den Magen und ansehnliches für die Augen zum gemeinsamen „Rutsch“ ins Festjahr 2017

Frei nach Hermann Hesse lag in Selters auch der Auftaktveranstaltung ein gewisser Zauber inne: An der Kirchenwand hing das von Volker Stoll geschaffene, große Logo des Vereinsjubiläums und im Baum auf dem Kirchplatz – in malerischer Umgebung der Fachwerkhäuser – leuchtete ein Stern. Darunter verweilten die Besucher in der eiskalten Nacht an den geschmückten Buden oder nebenan im Zelt bei einem Leckerbissen aus der Pfanne oder einem Glühwein.

Eine Hauptrolle spielte aber ein anderes, begehrtes Heißgetränk: Kirchenvorsteher Gerhard Kuhlmann lud zum Film „Die Feuerzangenbowle“ mit Heinz Rühmann in die warme Kirche ein. Draußen wärmte der Kult-Trunk die Besucher, unter ihnen eine große Gruppe der Drommershäuser Nachbarn, die mit ihrem Ortsvorsteher Jochen Janz ein Zeichen der Verbundenheit setzte. Um Mitternacht läuteten die Kirchenglocken und Reiner Achtner, der Leiter der Arbeitsgruppe Veranstaltungen, zündete sein selbst zusammengestelltes, sehenswertes Feuerwerk.

Deutlich anders dürfte es im Jahr 1317 gewesen sein, als Selters erstmals urkundlich erwähnt wurde. Ruhig und dunkel dürfte es zum Jahreswechsel vor 700 Jahren gewesen sein, die Menschen werden Schutz vor Kälte in ihren Behausungen gesucht haben, vielleicht auch an der Seite der warmen Körper ihrer Haustiere.

An der Kirche, wo das Jubiläumsjahr begann, wird es auch enden – mit der Dorfweihnacht und der Nacht der Lichter am 9. Dezember. Vorher aber soll noch viel gefeiert werden in Selters. (red)